Fellwechsel beim Hund – was im Körper passiert und wie du deinen Hund unterstützen kannst

Zweimal im Jahr steht bei den meisten Hunden ein großes „Projekt“ an: der Fellwechsel. Für viele Hundehalter bedeutet das vor allem eins – überall Haare! Doch hinter diesem natürlichen Vorgang steckt viel mehr. Der Fellwechsel ist ein biologisch komplexer Prozess, der den Hundekörper stark fordert. Besonders ältere oder gesundheitlich angeschlagene Hunde benötigen in dieser Zeit zusätzliche Unterstützung.
In diesem Blogartikel erfährst du, was genau beim Fellwechsel passiert, warum manche Hunde stärker belastet sind und welche Maßnahmen und Nährstoffe deinem Hund wirklich helfen. 

Was passiert beim Fellwechsel?
Hunde besitzen grundsätzlich zwei Fellschichten:
• Deckhaar: schützt vor Wind und Wetter
• Unterwolle: isoliert und hält warm
Im Frühjahr beginnt der Körper, das dichte Winterfell abzuwerfen, um sich auf wärmere Temperaturen vorzubereiten. Im Herbst wächst die Unterwolle wieder nach, um für Kälte zu isolieren. Dieser Prozess wird durch Tageslicht, Temperatur und Hormone gesteuert.

Warum passiert das?
Der Fellwechsel wird gesteuert durch:
• Tageslicht – längere oder kürzere Tageszeiten beeinflussen die Hormonproduktion
• Temperatur – der Körper passt die Fellmenge dem Klima an
• Hormone – sie steuern die Aktivität der Haarfollikel
Während dieser Phase laufen im Hundekörper viele Prozesse gleichzeitig:
• Die Haarfollikel befinden sich im Turbo-Modus: wachsen, regenerieren, stoßen ab.
• Der Stoffwechsel arbeitet intensiver.
• Das Immunsystem ist stärker gefordert.
• Haut und Fell benötigen mehr Energie und Nährstoffe.
Gerade ältere Hunde, Tiere mit Schilddrüsenproblemen, Hauterkrankungen oder sehr stressanfällige Hunde können während des Fellwechsels empfindlicher reagieren und brauchen besondere Unterstützung.


Wie kannst du deinen Hund während des Fellwechsels unterstützen?
1. Regelmäßiges Bürsten
Das regelmäßige Entfernen loser Haare hat viele Vorteile:
• verhindert Verfilzungen
• beugt Juckreiz und Hautreizungen vor
• verbessert die Hautdurchblutung
• unterstützt den natürlichen Fellwechsel
• reduziert die Haarmenge in der Wohnung deutlich
Tipp: Viele Hunde genießen diese Extraportion Aufmerksamkeit – ideal, um Bindung zu stärken! Es gibt natürlich unzählige verschiedenen Bürsten in allen möglichen Formen und Ausführungen.  Dabei ist die Auswahl der Bürste von der Fellstruktur abhängig. 

Hier sind einige Empfehlungen basierend auf dem Felltyp:

  • Kurzhaar: Klasissche Borstenbürsten oder Gumminoppenbürsten.
  • Langhaar: Unterwollbürsten und Kämme zur Entfernung von Knoten.
  • Lockiges Fell: Slicker-Bürsten für eine gründliche Pflege.
  • Rauhaar: Zupfbürsten, die abgestorbene Haare entfernen.
  • Welpen: Spezielle Welpenbürste mit weichen Naturborsten


2. Die richtige Ernährung & gezielte Nährstoffversorgung
Da der Körper besonders viel Energie in die Fellproduktion steckt, braucht er jetzt bestimmte Nährstoffe in ausreichender Menge.
Hier die wichtigsten Bausteine:
Zink: 

• unterstützt die Hautregeneration
• fördert das Haarwachstum
• Mangelzeichen: Schuppen, stumpfes Fell, übermäßiges Haaren

Der Normalbedarf liegt bei 2mg Zink pro kg met KG (Das metabolische Körpergewicht kann berechnet werden indem man das Gewicht des Hundes mit 0,75 multipliziert) Im Fellwechsel liegt der Bedarf bei der 2-2,5fachen Menge. Wenn du supplementieren möchtest kannst du den Rechner von Kochen für Hunde verwenden. 

Zink Rechner


Biotin (Vitamin B7): Im Fellwechsel kann man 2µg Biotin pro kg Körpergewicht zur Fütterung geben
• essenziell für die Keratinbildung
• sorgt für starkes, glänzendes Fell
• unterstützt gesunde Krallen

auch die restlichen B‑Vitamine sind
• wichtig für den Stoffwechsel
• stärken Haut und Haar
• fördern Zellregeneration

Hochwertige Fettsäuren (Omega‑3 & Omega‑6)
Diese sind besonders wertvoll im Fellwechsel, da sie:
• die Hautbarriere stärken
• entzündungshemmend wirken
• den Fellglanz verbessern
• den Aufbau neuer Haarstrukturen unterstützen
Gute Quellen: Lachsöl, Nachtkerzenöl, Leinöl, Algenöl

Die Fütterung von Omega 3 Fettsäuren ist grundsätzlich sinnvoll. Wenn du deine Rationen selbst zusammenstellst wirst du sie bereits zugeben, wenn du Fertigfutter fütterst ist eine zusätzliche dauerhafte Zugabe von Omega 3 ebenfalls sinnvoll. Auch hier kannst gibt es Rechner die dir bei der Dosierung helfen indem sie dir die richtige Menge eines entsprechenden Öls vorschlagen. 

Omega 3 Öl Rechner


3. Ausreichend Wasser
Eine gute Hydration ermöglicht eine gesunde Hautfunktion und unterstützt den Stoffwechsel.

4. Stress reduzieren: Ein entspannter Hund kommt leichter durch den Fellwechsel, denn Stress wirkt sich direkt auf Haut und Fell aus.

5. Bewegung: Regelmäßige Bewegung fördert Durchblutung und Stoffwechsel – beides wichtig für die Regeneration des Fells.

❗ Wann zum Tierarzt?
• starker Juckreiz
• kahle Stellen
• entzündete Haut
• deutlich verändertes Fellverhalten
Das sollte immer tierärztlich abgeklärt werden.


🐶 Fazit
Der Fellwechsel ist ein natürlicher und wichtiger Prozess, der aber nicht unterschätzt werden darf. Mit etwas zusätzlicher Fellpflege, einer hochwertigen Ernährung und der gezielten Gabe wichtiger Nährstoffe wie Zink, Biotin, B‑Vitaminen und hochwertigen Omega‑Fettsäuren kannst du deinen Hund optimal unterstützen. So kommt er gesund und glücklich durch den Übergang der Jahreszeiten



 
 
 
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